Was unterscheidet eine Wochenbettdepression vom Babyblues?

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Wochenbettdepression ist ein Begriff, der für viele schwangere Frauen einen beängstigenden Beigeschmack hat. Außerdem ist es ein sehr privates Thema. Sicher ist das auch einer der Hauptgründe, warum die postnatale Depression (postpartale Depression) in der Zeit der Schwangerschaft nur wenig besprochen wird.

Deswegen möchten wir das Thema der Wochenbettdepression, oder auch postnatalen Depression, hier etwas näher beleuchten. Eine Wochenbettdepression ist eine Depression, die in Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes und relativ schnell nach der Geburt auftritt. Sie kann über mehrere Wochen anhalten.

Etwa 10 bis 15 % der Frauen bekommen eine Wochenbettdepression und das sehr häufig in Zusammenhang mit einer negativen Geburtserfahrung oder dem Tod eines Babys. Zudem ist eine postnatale Depression wahrscheinlicher, wenn die Frau schon in der Vergangenheit unter Depressionen oder depressiven Verstimmungen litt.

Neu ist die Erkenntnis, dass auch Väter eine Wochenbettdepresssion bekommen. Die postnatale Depression tritt bei circa 20 % der jungen Väter auf.

Postnatale Depression oder Babyblues?

Fast jede Frau ist nach der Geburt ihres Kindes erschöpft und fühlt sich verändert. Doch diese matten und auch traurigen Gefühle sind in den meisten Fällen keine Wochenbettdepression. Vielmehr handelt es sich um den weit verbreiteten Babyblues. Der Babyblues tritt bei fast 70 % der Frauen nach der Geburt auf. Wir Hebammen nennen es die „Heultage“.
Der Babyblues kommt meist am 3. bis 5. Tag nach der Geburt und ist auch schnell wieder vorbei. Oft ist es einfach nur ein Zeichen der Überforderung und entsteht aus reinem Schlafmangel, aus Unsicherheit oder aus vielen Ängsten, den hohen Ansprüchen nicht zu genügen. Als Hebammen erleben wir den Babyblues oft. In vielen Gesprächen erfahren wir, dass die junge Mama schlicht und ergreifend mit dieser großen Umstellung in ihrem Leben überfordert ist. Viele haben Angst ihr Baby nicht genügend zu lieben. Denn sie glauben, und lesen es auch immer wieder, was man für tiefe Muttergefühle nach der Geburt haben muss. Stellt sich dieses Gefühl dann nicht wie erwartet ein, glauben viele irgend etwas stimmt mit ihnen nicht.  Aber auch die sehr schnelle Umstellung des Hormonhaushaltes und das Fehlen der Hormone, die in der Plazenta sind, sind eine mögliche Ursache für den Babyblues.

Wir empfehlen euch: Lasst euch Zeit und lernt euer Baby erst einmal kennen. Kommt in der neuen Situation an und richtet euch ein. Dann stellen sich Gefühle und Mutterliebe von ganz allein ein. Du wirst feststellen, die ersten Tage mit so einem kleinen Menschen sind ein bisschen wie verliebt sein. Und, es fühlt sich alles noch nicht ganz real an.

Wochenbettdepression erkennen

Eine Wochenbettdepression ist eine ernst zu nehmende Erscheinung. Die häufigsten Symptome einer postnatalen Depression sind Unruhe, Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit, Desinteresse an der Umwelt und am Baby. Aber auch eine übertriebene manische Umtriebigkeit kann auf eine Wochenbettdepression hindeuten.

Viele der Frauen, die eine Wochenbettdepression haben, kennen die Symptome schon aus ihrer Vergangenheit. Häufig erleben wir, dass es den Frauen unangenehm ist. Sie versuchen ihre postnatale Depression vor der Familie aber auch vor der Hebamme zu verbergen. Denn sie haben den Anspruch, ja alles richtig und gut zu machen.

Hier ist der Partner eine sehr wichtige Stütze und sollte um Hilfe bitten. Sprecht die Hebamme an, die euch im Wochenbett betreut, Sie ist eure erste Ansprechpartnerin. Sie wird sich dann um Hilfe und Unterstützung kümmern.

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