Dammmassage zur Geburtsvorbereitung

Deine Hebammen-Hotline gibt Tipps aus Praxis und Lehrbuch

Die Dammassage ist eines der Themen, die viele Schwangere beschäftigt. Natürlich verbunden mit der Hoffnung damit eine Verletzung zu vermeiden. Und tatsächlich kann diese Massage helfen, einem Dammriss vorzubeugen. Dehalb ist die Dammmassage eine sinnvolle Geburtsvorbereitung. Auch, um der Frau ein gutes Gefühl für den doch sehr intimen und privaten Bereichs ihres Körpers zu geben.

Wo wird die Dammmassage durchgeführt?

Der Damm ist ein Bereich, der aus Muskeln und Schleimhäuten besteht. Er liegt zwischen dem Eingang der Scheide und dem Anus. Auch in diesem Bereich wird das Gewebe in der Schwangerschaft durch Hormone verändert. Denn so bereitet sich der Körper optimal auf die Geburt vor. Das Gewebe wird lockerer und besser durchblutet.
Das Gefühl bei der Geburt in diesem Bereich verletzt zu werden, macht vielen Frauen Angst. Verständlicher Weise! Aber die Natur hat es seit vielen Tausenden Jahren so eingerichtet, dass sich der weibliche Körper genau in den Monaten der Schwangerschaft darauf vorbereitet und so nur kleine Verletzungen vorkommen.

Wann solltest du mit der Dammmassage beginnen?

Du  kannst mit der Dammassage ab der 35. Schwangerschaftswoche beginnen und 3 bis 4 mal pro Woche für maximal 10 Minuten anwenden.  Solltest du die Massage jedoch unangenehm finden oder sogar schmerzhaft, dann zwinge dich nicht dazu. Du bist auch ohne Dammassage gut auf die Geburt deines Babys vorbereitet.

Unsere kleine Dammmassage Anleitung:

Vorab: Bitte achte darauf, dass du bevor du mit der Massage beginnst, dass deine Hände sauber sind, um Infektionen zu vermeiden.
Wir empfehlen dir zum Ausprobieren der Massage, ein einfaches und neutrales pflanzliches Öl ohne Parfümstoffe, wie zum Beispiel ein gutes Olivenöl oder ein Gleitgel zu benutzen. Solltest du die Dammmassage angenehm finden und regelmäßig durchführen, dann kannst du ein spezielles Dammassage-Öl besorgen.

  1. Nimm dir etwas Zeit für die Massage und suche dir eine für Dich bequeme Position, in der du gut an den Bereich des Dammes gelangst. Stelle dafür ein Bein auf den Rand der Badewanne oder der Toilette, dann ist es einfacher für dich, da dein Bauch sicher schon zu groß geworden ist, um im Liegen oder Sitzen zu massieren.
  2. Führe deinen Daumen in die Scheide ein und lege deinen Zeige – oder Mittelfinger auf den Bereich des Dammes und massiere mit kräftigen kreisenden Bewegungen diesen Bereich. Beginne am Besten erst einmal mit 3 bis 4 Minuten.  Solltest du ein Brennen oder Jucken verspüren, dann ist unsere Empfehlung, nicht weiter zu massieren.

Vielleicht spürst du bei dieser Massage, wie Dein Körper sich verändert hat und du kannst dich mit diesem Gefühl besser auf die Geburtsarbeit einlassen.
Achtung: Die Massage ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, wenn Du immer wieder Probleme mit Pilzinfektionen oder Infektionen der Scheide hast oder du Frühgeburtsbestrebungen oder vorzeitige Wehen hast.  Auch ist davon abzuraten, wenn du immer wieder Probleme mit dem pH-Wert hast.

 

Hebammentipps zur Dammassage

  • Sollte dir die Massage oder schon der Gedanke daran unangenehm sein, dann kannst du alternativ auch Dampfbäder aus einer Teemischung aus Lindenblüten und Heublumen machen. Das hat eine ähnliche Wirkung auf den Bereich des Dammes wie die Massage.
  • Die Dammassage kannst du auch mit Johanniskraut-Öl durchführen, das eine kleine wärmende Wirkung hat. Und natürlich kannst du die Massage auch mit deinem Partner machen.