Warum schläft mein Baby nicht? Unsere Expertin gibt Antworten.

 

 

 

Wir haben unsere Expertin Julia Beroleit von Cosy Eleven zum Thema Babyschlaf befragt?

 

Liebe Julia, schön, dass du bei call a midwife dabei bist.

Wer bist du und was machst du?

 

Ich bin Julia Beroleit, ich lebe mit meinem Mann und meinem 7-jährigen Sohn in Berlin. Unter dem Namen COSY ELEVEN biete ich Schlafcoachings für Babys und Kleinkinder und Massagen (Frauen, Schwangere, Wochenbett, Kindermassagen und Babymassagekurse) mit eigener Praxis in Berlin-Mitte an.

 

 

Zum Thema Schlafen: Welche Eltern kommen zu dir, bzw. welche Probleme bewegt die Eltern?

 

Man kann es tatsächlich gar nicht so pauschal sagen, da jede Geschichte und jedes Problem echt individuell sind. Alle eint aber, dass mindestes eine*r in der Familie nicht gut schläft.

 

Um trotzdem ein paar Beispiele zu nennen: Bei den Babys unter einem Jahr sorgen sich die Eltern oftmals, dass die Kinder zu wenig und zu kurz schlafen, vor allem tagsüber. Bei Kindern ab einem Jahr schlafen die Kinder oft nur mit sehr aufwändigen Ritualen ein oder sie wachen nachts oft – manchmal jede Stunde – auf. Bei älteren Kindern, ab circa 18 – 24 Monaten, ist es vor allem das ins Bett gehen oder das Einschlafen, was für viele zum abendlichen „Kampf“ ausartet und sich für alle Beteiligten schlimm anfühlt. Oft haben sich zusätzlich bei einigen Eltern – vor allem bei den Müttern – Schlafprobleme entwickelt, so dass sie selbst kaum mehr nachts schlafen oder wieder einschlafen können, weil sie quasi darauf warten, dass das Kind wieder aufwacht.

 

Hinter allem „nicht-schlafen-können oder -wollen“ steckt ein Grund, ein Bedürfnis oder eine Ursache. Das wollen wir dann im Coachingsprozess gemeinsam herausfinden und entwickeln einen Plan, damit es besser wird und alle wieder gut schlafen können.

 

 

Was machst du während einer Schlafberatung? 

 

Weil du jetzt auch „Schlafberatung“ sagst, würde ich den Begriff Schlafcoaching gerne einmal definieren und sagen, warum es nicht Schlafberatung, nicht Schlaftraining und nicht Schlaflernmethode/Schlafprogramm heißt.

 

Bei Schlaftrainings/ Schlafprogrammen oder Schlaflernmethoden geht es vorrangig darum, dem Kind ein Verhalten ab- oder anzutrainieren. Im Fokus steht dabei oft nur das „nicht-schlafende-Kind“, das „schlafen soll“.

Oder werden Eltern bei einer Schlafberatung vor allem mit Fachwissen zum Thema Kinderschlaf beraten, aber lässt dabei die persönliche Geschichte außer Acht.

 

Dabei ist es ja so: Viele Eltern haben irgendwann im Leben mit ihren Kindern einmal ein Thema mit dem Schlafen. Wenn man die Eltern fragt, nennen viele die gleichen oder ähnliche Symptome (siehe oben). Die Gründe und Ursachen für diese Symptome, sowie der Weg zur Besserung sind aber so individuell wie die Familien selbst. Deswegen funktionieren z.B. Tipps von Freunden und Eltern, Bücher und Infos aus dem Internet zu gewissen Problemen oft auch nicht weiter, denn man muss immer den Gesamtzusammenhang und natürlich auch Alter und Entwicklungstand des Kindes sehen und ob der Tipp überhaupt zu einem passt.

 

Das besondere am Schlafcoaching ist sein genauer und tiefer Blick auf die gesamte Familie bzw. das System und die Beziehungen innerhalb dieser Familie. Es gibt kein Schema F, keine Tipps und Tricks, wie das Kind schnell schlafen lernt. Warum ein Kind wie schläft oder nicht hängt von vielen Faktoren ab: natürlich auch vom Charakter des Kindes, aber eben auch, wie z.B. Schwangerschaft und Geburt verlaufen sind, welche Werte in der Familie wichtig sind, welche Routinen es gibt, kurz: welche Geschichte hat die Familie. Das alles erfahren wir von den Eltern im ersten Gespräch, dem Anamnesegespräch. Außerdem schauen wir genau, wie die Familien ihren Tag und die Nacht verleben und lassen uns das an Hand von Protokollen genau aufzeichnen. Das Herzstück des Coachings ist für mich der Hausbesuch: Hier bin ich als stille Beobachterin bei einer Einschlafsituation dabei, erlebe die Eltern mit ihren Kindern live in ihrem Kontext. Diese Besuche fühlen sich für manche Eltern erst einmal komisch an, weil sie beobachtet werden. Es ist aber für den Gesamtprozess sehr hilfreich, um den kompletten Kontext zu verstehen und den Eltern ein objektives Feedback zu geben.

 

Dann im anschließenden Coachinggespräch lernen Eltern vor allem ganz viel über sich selbst, ihre Beziehung zu sich und zu ihrem Kind, über Rhythmen und über das Schlafen, die Schlafbiologie. Und dann geht es darum den ganz persönlichen Weg zu finden. Für jede Familie entwickeln wir eine ganz individuelle Lösung, mit denen sich die Eltern gut fühlen. Nach diesen drei Terminen haben die Eltern dann ihren ganz persönlichen Schlafplan in der Hand.

 

Beim Schlafcoaching geht es um Liebe, Geduld, Nähe und Bindung – denn das ist natürlich auch hier einer der wichtigsten Aspekte!

Und es ist für alle gut: Wer überzeugter Familienbettschläfer ist – prima. Wer möchte, dass sein Kind in seinem eigenen Bett schläft, auch super. Wer sich nicht sicher ist, was er überhaupt machen soll – toll, dann finden wir es gemeinsam heraus.

 

Wie viel Zeit müssen Eltern für den Prozess einplanen? 

 

Das Vorgespräch dauert circa 2 Stunden. Für den Hausbesuch kommen noch einmal 1-2 Stunden hinzu. Dann folgt der Coachingtermin, der auch noch mal 2 Stunden dauert. 3-4 Wochen nach dem Coachingtermin vereinbaren wir einen telefonischen Feedbacktermin von circa 30 Minuten. Die Eltern können demnach mit einer Gesamtdauer von circa 5-6 Stunden rechnen, innerhalb von 1-2 Wochen.

 

Wo kann das Schlafcoaching stattfinden?

 

Bei Eltern, die in oder um Berlin wohnen, kann der Coachingprozess in meiner Praxis in Berlin-Mitte oder zu Hause bei der Familie stattfinden. Für alle, die nicht in Berlin wohnen, hat sich das Coaching per Skype (oder Telefon) absolut bewährt. Das ist super praktisch: so können Eltern weltweit vom Schlafcoaching profitieren.

 

 

Wie sieht das Feedback auf deine Beratungen aus? Wie viele Eltern würden dich weiterempfehlen? Was denkst du?

 

Ich erhalte nach den Coachings eigentlich immer gutes Feedback. Die Eltern sagen, dass sie sich ernst genommen und verstanden fühlen. Der Blick von außen hilft enorm weiter. Das Wichtigste ist oft, dass sie in dem, was sie tun, bestärkt werden. Viele Eltern sind ganz durcheinander, weil sie von außen ständig irgendwelche Tipps und Ratschläge zum Thema Schlaf bekommen: „Probier’ mal das.“, „Lies das Buch.“, „Ich würde das so machen.“. Dabei wissen sie eigentlich selbst am besten, was gut für ihr Kind wäre. Aber sie lassen sich oft verunsichern und probieren alles Mögliche aus und am Ende sind alle verwirrt und frustriert. Ich bringe mit meinem Prozess Klarheit in die Situation und das entspannt erst einmal. Nach dem Coachingprozess wissen die Eltern: So machen wir es jetzt und das fühlt sich auch gut an.

 

Wie viele mich weiterempfehlen? Na, ich hoffe doch, ganz viele! Dabei geht es mir natürlich auch darum, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene. Aber vor allem geht es mir darum, dass viel mehr Eltern und Kinder gut schlafen, denn das ist der Schlüssel zu einem entspannten, gesunden Leben.

Ihr könnt Julia erreichen unter: http://cosy-eleven.de/